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Spanischer Sattel & Portugiesischer Sattel

Spanischer Sattel & Portugiesischer Sattel - ein kurzer Überblick

Spanische sowie portugiesische Sättel erlebten in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Nicht zuletzt weil man mit ihnen sowohl Dressur als auch im Gelände reiten kann. Sie geben durch ihre erhöhten Galerien einen sicheren, festen Sitz und sind meist sehr bequem. Grundsätzlich ist der spanische Sattel für einen tiefen Sitz mit langem Bein ohne Knieschluss konzipiert. Viele Modelle erhalten Sie heute allerdings auch mit Pauschen. Bedenken sollten Sie in jedem Fall: Je höher die Galerien, desto schwerer fällt der Entlastungssitz und somit auch das Leichtreiten.

Von unten betrachtet unterscheidet sich der spanische Sattel vom englischen insbesondere dadurch, dass die Trachten vorne und hinten nach unten verlängert sind. Dies führt zu einer größeren Auflagefläche und ergo zu einer besseren Druckverteilung der einwirkenden Kräfte. Dies ist mit Sicherheit ein guter Grund sich für einen spanischen Sattel zu entscheiden. Denn die große Auflagefläche macht den Sattel wesentlich angenehmer für das Pferd.

Der Sattelbaum wir traditionell aus einer Holz-Federstahl Komposition hergestellt. Viele Hersteller bieten heute auch Kunststoffbäume, die in eine Form gegossen werden, an. Grundsätzlich kann Sattelbaum starr oder flexibel (Sattelbaum lässt sich bis zu einem gewissen Grad biegen) konstruiert sein.

1. Potrera

Die Potrera ist wahrscheinlich der vielseitigste Spanier. Ihr Sattelblatt ist in der Form den englischen Sätteln nachempfunden und ihre eher niedrigen Galerien sind nicht ganz soweit nach unten gezogenen wie bei anderen spanischen Sätteln. Das ermöglicht dem Reiter mehr Oberschenkelfreiheit und erlaubt auch das Leichtreiten. Sie verkörpert den modernen spanischen Sattel, der vielseitig einsetzbar ist. In Spanien wird sie zum Einreiten junger Pferde verwendet.

2. Portuguesa

Wie die meisten iberischen Sättel ist auch die Portuguesa, also der aus Portugal stammende Iberer, sowohl für die Dressur als auch zum Gelände reiten geeignet. Durch ihre erhöhten Galerien fühlt man sich sicher im Sattel und hat einen festen, bequemen Sitz. Nachteil ist die eingeschränkte Oberschenkelfreiheit. Zudem sind der Entlastungssitz und das Leichtreiten nur bedingt möglich. Beachten sollten Sie beim Kauf einer Portuguesa auch die erhöhte Zügelführung. In Portugal wird sie zum Stierkampf eingesetzt. Der Portuguesa sehr ähnlich nur mit mehr Oberschenkelfreiheit ist die Mixta.


3. Relvas

Klarer Vorteil des Relvas ist seine Bewegungsfreiheit für den Reiter, da er dem englischen Sattel sehr ähnlich ist. Er scheint eine Kombination aus der Portuguesa und einem englischen Dressursattel zu sein, wobei auf die hohen Galerien der Portuguesa verzichtet wurde. Er ermöglich somit eine tiefe Hand und vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Der Relvas wird auch zum Einreiten junger Pferde verwendet.


4. Vaquera

Die Vaquera ist der traditionelle spanische Hirtensattel, der auch heute noch zur Arbeit sowie im Stierkampf eingesetzt wird. Ihr Sattelbaum wird aus einem Strohgeflecht gefertigt, das heißt Vorder- und Hinterzwiesel sind aus Holz konstruiert und mittels Strohrippen miteinander verbunden. Darüber wird Leder und Schaffell gespannt, welches mit Lederbändchen befestigt wird. Die Unterseite der Vaquera ist aus Leinen, die Füllung der Sattelkissen aus Tierhaar. Durch die nach unten verlängerten Sattelkissen bietet die Vaquera eine große Auflagefläche, welche sich positiv auf die Druckverteilung und somit auf den Pferderücken auswirkt. Der Gurt verläuft zwischen den Lederrippen und dem Schaffell. Trotz ihrer Strohkonstruktion ist die Vaquera mit ihren 10 bis 16 kg eher schwer. Ihre anfangs noch sehr hohen Polster setzen sich mit der Zeit ab und passen sich dem Rücken somit optimal an. Dies kann bis zu einem Jahr dauern. Geeignet ist sie sowohl für lange Geländeritte, als auch für die Dressur.

5. Jerezana

Die Jerezana ist der Vaquera und portugiesischen Sätteln nachempfunden. Im Gegensatz zur Vaquera hat sie einen Holzsattelbaum und ist mit Leder überzogen. Das Schaffell (Zalea) kann zum Reiten abgenommen werden.


6. Die Espanola

Der Potrera sehr ähnlich ist die Espanola—der typischste Spanier. Auch sie ist dem englischen Sattel sehr ähnlich und bietet Ihnen gute Oberschenkelfreiheit. Dank Ihrer eher niedrigen Galerien ermöglicht sie einen leichten Umstieg auf spanische Sättel. Leichtreiten und Entlastungssitz sind kein Problem. Die Espanola garantiert Ihnen—trotz starker Ähnlichkeit zum englischen Sattel—den für spanische Sättel typischen sicheren Sitz und die breite Auflagefläche.

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