Philipp Seifert mit den Sättel London Spezial Dressur und London Spezial VS


Ich muss gestehen, ich war am Anfang skeptisch: Ein Sattel ohne ‚festen‘ Baum? Das gibt doch sicher Druckstellen, nur ein fester Baum kann das Reitergewicht auf eine möglichst große Fläche verteilen. Noch dazu ohne Kopfeisen? Der rutscht doch sicher! Und überhaupt, wie soll das denn bei Warmblütern mit einem ausgeprägten Widerrist funktionieren..!

So weit, so altmodisch meine Skepsis gegenüber Sätteln mit Lederbaum. Die Pferde haben mich eines besseren belehrt: Sie lieben die HIDALGO Sättel!

Klarer Vorteil der völlig frei klettbaren Sattelkissen ist eindeutig, dass man den Sattel im Handumdrehen an die verschiedensten Pferdetypen und unterschiedliche Sattellagen anpassen kann – insbesondere, wenn einem eine erfahrene und kompetente Sattel-Fitterin wie Susanne Honta-Jekel dabei hilft.

Das Argument, das mich vom ‚flexiblen‘ Sattelbaum überzeugt hat, ist so einfach wie einleuchtend: Selbst ein Maßsattel mit starrem Baum, der bestmöglich an ein Pferd angepasst ist, kann nur in einer Position perfekt passen. Reiten allerdings ist Bewegung, und jede Reiterin, die schon einmal ohne Sattel auf einem Pferd saß und die Bewegung der Schultern beaobachtet hat, weiß: Der Schultergürtel und die Sattellage des Pferde bewegen sich extrem, die Schulterblätter gleiten vor und zurück, die Wirbelsäule bewegt sich in Schlangenlinien von der einen zur anderen Seite. Also: Der Pferderücken, auf dem der Sattel liegt, ist in der Bewegung alles andere als starr. Dieser Flexibilität in der Bewegung kann ein starrer Sattel niemals komplett folgen und das führt in der Bewegung dazu, dass das Pferd sich am Sattel ‚stößt‘, es also an der ein oder anderen Stelle zu Druckspitzen kommt – vielleicht vergleichbar mit einem kleinen Stein im ansonsten perfekt passenden Laufschuh. Das ist sehr unangenehm!

Tatsächlich verteilt der Lederbaum das Gewicht des Reiters auf einer (im Stehen) kleineren Fläche als der starre Baum, dafür – und das erscheint mir sehr wichtig- werden diese ‚Steinchen im Schuh‘  von vorneherein vermieden. Der Sattel folgt durch seinen ‚geschmeidigen‘ Baum der Bewegung des Rückens in allen Gangarten  und in jeder Lage. Das führt zu dem Wow-Effekt, dass auch ich als Reiter die Bewegungen des Pferdes viel feiner spüren kann. Angenehm ist außerdem, dass sich die klettbaren Pauschen beliebig positionieren und sogar ganz abnehmen lassen. So habe ich einen bequemen, weichen Sitz, der ‚nah am Pferd‘ ist, ohne, dass mich der Sattel als ‚Sitzprotese‘ in eine starre Position zwingt.

Abseits von jeder Theorie muss ich wiederholen: Die Pferde haben mich von den HIDALGO Sätteln überzeugt. Ich teste die Modelle London Spezial Dressur und London Spezial VS und bin mit beiden Modellen mittlerweile mehrere Pferde geritten, vom Camargue-Pferd über Lusitanos bis hin zu Warmblüter. Alle sind bisher sehr zufrieden – und ich bin gespannt auf diesen Langzeittest!