Thyrill & Annkathrin - Valencia Light und Nevada Light


Welcher Islandpferdereiter kennt es nicht: das Problem, einen geeigneten Sattel für Pferd und Reiter zu finden?

Bei einem gesunden Pferd ist es schon schwierig, hat man ein Pferd, dass dazu noch gesundheitlich eingeschränkt ist, gleicht es einem Wunder, wenn man überhaupt etwas Passendes findet.

 

Mein Islandpferd Thyrill ist 18 Jahre alt. 2015 wurden bei ihm Engstände in der Sattellage diagnostiziert. Zusätzlich hatte er dort eine laufende Entzündung, die behandelt werden musste.

Nachdem wir innerhalb von 7 Jahren, die ich ihn nun besitze, stolze 7 Sättel hatten, davon nur 2 länger als 2 Jahre, gibt man irgendwann die Hoffnung auf, jemals einen Sattel zu finden, der leicht anpassbar ist, immer mit dem Zustand des Pferdes geht und zusätzlich auch noch für den Normalgebauten Reiter funktioniert. Und vor allem: unter dem das Pferd auch wirklich langfristig zufrieden läuft!

 


Glücklicherweise habe ich viel im Internet geschaut und bin dabei 2016 über ein Forum auf Hidalgo gestoßen. Viele Posts und Informationen später, war ich immer noch gespaltener Meinung und wirklich misstrauisch, ob die Sättel wirklich das halten können, was sie zu versprechen schienen.

Also habe ich kurzerhand einen ganz spontanen Termin bei einer wirklich tollen Händlerin vereinbart und ich durfte den Valencia Light zum ersten Mal auf meinem Isländer testen.

Da er wirklich empfindlich ist, was Sättel angeht, war ich sehr überrascht darüber, wie locker und schön er an dem Tag gelaufen ist.

Etwa 4 Wochen später durfte ich dann einen neuen Valencia Light für mehrere Wochen auf dem Pony testen. Ich war begeistert. Noch nie in den ganzen Jahren, die ich ihn besaß, lief er so gut und entspannt wie in diesen 4 Wochen. Egal ob im Gelände, oder in der Bahn, das Pony lief wie am Schnürchen, zeigte keinen Gangsalat mehr, war nicht mehr dauerhaft angespannt und schnaubte plötzlich beim reiten auch wieder ab. Er drückte den Rücken nicht mehr permanent weg und rannte mir nicht mehr unter dem Hintern fort, wenn ich mich wirklich mal in den Sattel gesetzt habe.

Also habe ich den Sattel nach ausgiebigem testen gar nicht mehr hergegeben und gekauft.

 

Und bis heute habe ich es noch nicht bereut.

Auch nach 2 Jahren liegt der Sattel dort, wo er liegen soll. Er hat keine Druckstellen, er läuft locker vorwärts, ist dabei völlig entspannt, läuft alle 3 Gangarten und das wichtigste: Der Sattel macht jeden muskulären Zustand mit, egal ob besser bemuskelt oder weniger gut – er passt sich immer wieder an.


Juni 2018 - 20 km TREC!

Am letzten Juni Wochenende sind wir bei einer Veranstaltung mitgeritten. Den TREC.

Hierbei muss man in 3 Disziplinen antreten: Dem POR (Orientierungsritt nach Karte und Kompass über 20, 30 oder 40 Kilometer, je nach Klasse), der MA (Rittigkeitsprüfung auf 150m) und dem PTV (Gelände- und Trailparcours mit Sprüngen, steilen Abhängen etc.).

Die 20km im Gelände liefen sehr gut. Thyrill war entspannt, lief alle Gangarten und auch mir selber hat weder die Hüfte, noch mein Knie Schmerzen bereitet.

Beim PTV war ich zu Anfang auch skeptisch, ob das gut klappt, aber ich wurde eines Besseren belehrt, denn:

Der Sattel saß. Egal ob bergauf und bergab reiten, steile Abhänge hinunter oder springen, im Endeffekt konnte ich alles mit dem Sattel einwandfrei und ohne Probleme reiten.

Selbst größere Sprünge bis zu 80-90cm gehen mit dem Valencia Light einwandfrei.

Auch unsere Osteopathin ist zufrieden mit dem Ergebnis und sagte uns, dass sein Rücken sehr gut aussieht.

Mein Fazit nach 2 Jahren Valencia Light:

 

 

Egal ob Gelände, Springen oder Dressurarbeit – der Valencia Light macht wirklich alles einwandfrei mit. Auf langen Geländeritten ist er sehr bequem, beim Springen stört auch keine Galerie, wenn man bis 1m springt und die Dressurarbeit funktioniert darin natürlich auch wie gewohnt.


Juli 2018 - Prototyp Nevada Light

Tag 1: 26.07.2018

Voller Spannung und Vorfreude habe ich auf den Postboten gewartet, um den Nevada Light in Empfang zu nehmen.

Kaum angekommen habe ich ihn ausgepackt und das erste Mal begutachtet.

Der erste Eindruck: Das Leder ist wunderschön weich, aber stabil, der Sitz aus Wildleder ist zwar erst mal gewöhnungsbedürftig, gefällt mir aber ebenfalls ziemlich gut.

Ansonsten erinnert er von der Form und dem Aussehen stark dem Valencia.

Somit wurde der Sattel eingepackt, in den Stall gefahren und dort habe ich dann erst mal meinen Valencia Light als Vorlage für die Kissen ausgepackt. Und ich muss sagen, bisher gefällt mir die Lage des Sattels sehr gut.

Das Pony schnaubte auch unter dem von mir gekletteten Nevada Light beim Reiten ab, lief alle 3 Gangarten zufrieden und zeigte bisher noch keinerlei Unwohlsein.

Die Fender musste ich jetzt vorerst aber leider gegen meine normalen Bügelriemen tauschen, da ich hier noch weitere Löcher machen muss, um sie für mich passend zu bekommen.

Nach dem Reiten lag der Sattel schön in der Waage, auch mit Reiter drauf hatten wir genug Platz zum Widerrist und in der Schulter. Das Schweißbild nach 45min Reiten in allen Gangarten war genauso gut wie bei meinem Valencia Light.

Für mich als Reiter war es natürlich erst einmal seltsam. Man merkte schon, dass der Sattel etwas anders ist, wie mein Valencia Light, aber das ist gar nicht so schlimm. Nach ein paar Wochen reiten wird sich der Sattel setzen und ich mich an das neue Reitgefühl gewöhnt haben.

Ich bin gespannt auf die nächsten Testmonate, vor allem, wie das Reitgefühl mit den Fendern wird, wie sich der Sattel im Gelände schlägt und natürlich werden wir auch das Springen unter dem Nevada Light testen.

 

 

Tag 2: 27.07.2018

Heute wurde der Sattel das erste Mal im Gelände getestet. Er saß genauso gut wie gestern in der Halle und war angenehm zu reiten. Natürlich merke ich als Reiter einen deutlichen Unterschied zum Valencia, da ich hier beim Nevada keine Pauschen habe, diese aber theoretisch anbringen könnte.

Ich muss meine Muskulatur ganz anders anwenden, wie beim Valencia Light, habe aber trotzdem einen sehr guten Halt im Sattel.

Da ich an den Fendern noch weitere Löcher stechen muss, hatte ich heute meine Monoriemen nochmal am Sattel.

Was soll ich sagen? Bisher läuft er genauso entspannt und gut unter dem Sattel, wie mit meinem Valencia Light. Wir sind problemlos Berge runtergetrabt (und das möchte was heißen), hoch, runter, Schritt, Trab und Galopp, alles kein Problem. Viele am Stall sind vom Leder des Nevada begeistert, die Sitzfläche aus Wildleder finden auch alle ganz toll, inklusive mir.

 

Trotzdessen, dass der Nevada Light noch nicht eingeritten ist, hat er schon eine sehr weiche Sitzfläche. Außerdem wirkt er nicht ganz so klobig und wuchtig auf dem kleinen Pony, was mir auch gut gefällt. Bisher macht der Sattel einen sehr guten Eindruck. Auch im Ledervergleich der Light Version von 2016 und der jetzigen Light Version merkt man einen deutlichen Unterschied. Das Leder ist wirklich sehr schön.


30.07 - 05.08.2018

In der vergangenen Woche saß ich nochmal ein paar mal auf dem Nevada Light.
Wir waren hauptsächlich ausreiten, was definitiv die Stärke des Sattels ist.
Er ist sehr bequem (und wird nach dem Einreiten sicherlich NOCH bequemer werden!) und man sitzt sehr sicher in dem Sattel.


Bei meinem letzten Ausritt erschrak sich Thyrill vor einem auf dem Feld liegenden Maschinenteil und machte eine 180 Grad Wendung  aus dem Schritt in den Galopp.
Auch hier saß ich trotzdessen, dass ich keinerlei Pauschen an dem Sattel habe, sehr sicher und fest. Auch der Sattel blieb bei dieser Aktion an Ort und Stelle.
Ansonsten ist das Reitgefühl mittlerweile besser geworden. Anfangs war es doch sehr gewöhnungsbedürftig, so ganz ohne Pauschen.


Thyrill läuft weiterhin gut unter dem Sattel, vielleicht lasse ich im September auch die Händlerin meines Vertrauens einfach nochmal kommen, um den Sattel überprüfen zu lassen.

Mit den Fendern fühle ich mich persönlich wirklich sehr wohl. Ich musste diese auch gar nicht großartig ausdrehen, nach ein paar Ritten nahmen die Fender die Form schon einigermaßen gut an und stehen also schon so, dass man einfach in die Bügel schlupfen kann.

Die Gurtung verwundert mich aber doch ein bisschen, da sie bei meinem Pferd sehr weit hinten zum liegen kommt, nicht wie bei meinem Valencia relativ weit vorn.
Mein Pferd scheint es aber nicht zu stören und der Sattel bleib auch beim Springen und bei jeglichen Hindernissen an Ort und Stelle liegen.

 

Auch den Test der TREC Hindernisse des PTV Parcours (Gelände/Trailparcours) hat der Sattel einwandfrei bestanden.
Ein bisschen Wasser vom Wasserdurchlauf macht ihm auch absolut nichts aus. 


06.08. - 15.08.2018

Viel zu erzählen habe ich momentan leider nicht. An der Arbeit ist viel zu tun, deshalb komme ich nur noch abends dazu kurz zu reiten. 

 

In den letzten 1 1/2 Wochen merkt man einen deutlichen Unterschied zum Anfangsstatus des Sattels. 

Die Sitzfläche ist butterweich geworden und ich komme endlich richtig gut zum Sitzen. 
Ich war noch ein paar mal in der Halle und auch ein paar mal im Gelände und auf unserem großen Grasplatz zum üben mit den TREC Hindernissen. 


Der Sattel sitzt wie eine eins und wir sind beim ausreiten mittlerweile sogar soweit, dass wir auch dort entspannt und ordentlich "Dressur" reiten können. 

Ich fühle mich obendrein in dem Sattel auch richtig wohl und habe beschlossen, dass ich die TREC 20 Strecke von diesem Jahr an einem der nächsten Wochenenden einmal komplett alleine durchreiten werde, um den Sattel auch auf langer Strecke zu testen. 

Ansonsten rutscht er kein Stück nach vorne oder nach hinten, sondern bleibt dort liegen, wo er hingehört. 
Und das rückenempfindliche Pony läuft mit dem Sattel auch einsame Spitze. Er trägt seinen Schweif so locker und kommt zum Schwingen, es ist wirklich schön.

 

Am 25.08 wird der Sattel auch auf einem Tageskurs der akademischen Reitkunst ausprobiert, mal sehen, ob er sich hierfür auch so gut eignet. 

Ich bin gespannt. Bisher kann ich alles mit dem Sattel machen, was ich auch mit meinem Valencia Light machen kann.
Und optisch gefällt er mir auch sehr gut auf meinem Pony. 

 

Ich hoffe, dass ich demnächst einmal hochwertigere Reitbilder mit dem Sattel liefern kann, da ich den TREC Parcours einmal durchreiten wollte und meinen Vater zum fotografieren engagiert habe.

 

 


20.08. - 02.09.2018

Leider hatte ich die letzten 2 Wochen nicht sehr viel Zeit zum reiten. Wenn ich geritten bin, hatte ich meinen Valencia Light auf dem Pony liegen, einfach, um auch nochmal die Unterschiede deutlicher zu spüren. 

Man merkt hierbei durchaus, dass das Reitgefühl mit Fendern und ohne Pauschen ein ganz anderes ist, wie mit Pauschen und normalen Bügeln. Trotzdem ist es kein schlechteres oder unsicheres Gefühl. Auch ohne Pauschen fühle ich mich im Sattel sehr wohl und sitze bei jeder kleinsten Bewegung sehr sicher im Sattel. 

Die TREC Hindernisse haben wir nun auch endlich einmal mit dem Sattel ausprobiert - alle leider nicht, aber schon einige. Wie man auf den Bildern sehen kann, hat der Sattel auch diesen Test anstandslos bestanden. Kein Rutschen und er bleibt an Ort und Stelle, trotz steilem bergauf und bergab. 


13.09.

Heute bin ich nochmal mit normalen Bügelriemen mit dem Nevada Light geritten. Ich muss sagen, dass es etwas instabiler ist und man wirklich ein sehr ruhiges Bein benötigt. Trotzdessen lief das Pony 1A. Ich habe das gelernte aus dem akademischen Unterricht gut umsetzen können, da der Sattel mich sitztechnisch absolut gar nicht einengt oder falsch hinsetzt. Das Pony war sehr locker und super zufrieden. Ich konnte jede Bewegung und jedes Muskelzucken spüren und schon bevor er sich irgendwie ganz festmachen konnte, konnte ich ihn so wieder zum entspannen bringen. 


Oktober 2018

3 Monate habe ich nun den Nevada Light für Hidalgo getestet. 
Mein Fazit für diesen Sattel fällt deutlich positiv aus. Seine Arbeit macht er wunderbar - fürs Gelände ist der Sattel ein Traum. Der spanische Sitz kombiniert mit den Fendern macht diesen Sattel perfekt fürs Wanderreiten. 
Aber nicht nur fürs ausreiten ist der Sattel gut - auch für die alltägliche Dressurarbeit oder den ein oder anderen Sprung ist er gut geeignet. Auch verschiedene Trail Hindernisse sind für diesen Sattel kein Problem. 
Auch meinem im Rücken sehr empfindlichen Pferd hat dieser Sattel sehr gut gefallen. Er lief einwandfrei damit, was meinen positiven Eindruck der Hidalgo Sättel nach über 2 Jahren noch weiter bestätigt. 
Sollte ich irgendwann einen Wanderreitsattel suchen, würde meine Wahl definitiv auf den Nevada Light fallen! Er hat mir und vor allem dem Pony rundum gut gefallen. 
Liebe Grüße und vielen vielen Dank, dass ich diesen Sattel für euch testen durfte!