Passt mein Sattel?

1. Sollte der Sattel ein Kopfeisen haben, so sollte dieses parallel zur Schulterkontur liegen. Auf keinen Fall darf dieses an den Bereich hinter der Schulter angepasst werden! Hat Ihr Pferd hier Atrophien, so wäre das Kopfeisen zu eng gewählt.

Ein flexibler Lederbaum Sattel ohne Kopfeisen sollte hier nach dem Einreiten ebenfalls parallel liegen.

 

2. Sie sollten auch nach längerem Reiten vorne zwischen Sattel und Pferd 2-3 Finger hinein bekommen. Sprich der Sattel darf auf keinen Fall im Bereich des Wirbelkanals in irgendeiner Stelle aufliegen. Vorsicht bei Pferden mit längerem Widerrist!

 

3. Das Sattelkissen muss im Großen und Ganzen der Sattellage des Pferdes entsprechen, sollte also überall parallel zum Rücken liegen. Oft ist das gerade im hinteren Bereich nicht der Fall, weshalb hier oft Dellen (Atrophien) zu sehen sind. Hat Ihr Pferd einen schlechte Rückenmuskulatur, so ist in jedem Falle ein geeignetes ausgleichendes Pad empfehlenswert. 

 

4. Der Sattel darf die Schulterrotation nicht behindern und darf nach der letzten Rippe nicht mehr aufliegen. Alles andere beschränkt den Bewegungsablauf. Der Grund warum zB. Westernsättel für Biegungen nicht geschaffen sind und somit auch für die Dressur völlig ungeeignet sind.

 

5. Der Sattel (Baum wie Kissen) muss symmetrisch in sich sein und darf nicht verzogen sein (zB. durch Aufsteigen oder schiefer Sitz).

 

6. Der Sattel sollte den Reiter automatisch korrekt in Balance hinsetzen. Kippt der Reiter nach vorne (Spaltsitz) oder hinten (Stuhlsitz), so ist der Sattel nicht im Schwerpunkt. Üblicherweise merkt man das, sobald man aufgesessen ist!

 

7. Der Sattel sollte überall gleichmäßig aufliegen und den Druck möglichst gleichmäßig verteilen. Bei einem korrekt bemuskeltem Pferd sollte man vorne wie hinten die Hand einschieben können und wieder heraus! Hat Ihr Pferd Atrophien, wird das wahrscheinlich schwierig sein. Hier ist wieder auf das Pad zu verweisen.

Gut eignen sich hier zB. die Pads von Grandeur, weil sich diese vielseitig befüllen lassen und man dadurch gut ausgleichen kann, solange dieser Zustand besteht.

 

8. Der Sattel sollte weder verrutschen, noch kippen. Ist dies der Fall, ist der Sattel oft falsch gepolstert! 

 

9. Der Wirbelkanal sollte im hinteren Bereich ca. 3 - 4 Finger (ca. 6 - 8 cm) betragen. Dieses variiert je nach Pferd. Der Kanal sollte dann V- förmig nach vorne verlaufen.

 

10. Die Sattelkissen sollten weich und gleichmäßig gepolstert sein. Ohne Knoten oÄ. Abnäher im Kissen - wie oft bei spanischen Sättel zu sehen -  können entlastende Funktion haben bzw. eine unterschiedliche Festigkeit der Befüllung der Kissen gewährleisten. Der Zustand der Polsterung sollte mindestens einmal im Jahr überprüft werden, wenn der Sattel regelmäßig verwendet wird.

 

Abschließend lassen Sie mich bitte zur Aussage "ein Sattel muss auch ohne Pad passen", welche ich sehr oft zu hören bekomme, etwas sagen:

Ja, stimmt! Nur gilt das für ein korrekt bemuskeltes Pferd! Ein Pferd mit atrophierter Rückenmuskulatur braucht - neben einem korrekt auf den Soll- Zustand des Pferdes angepassten Sattel - ein gutes Pad zur Überbrückung bis die nötige Muskulatur wieder aufgebaut wurde.