HIDALGO Händler - Ihre Fragen, unsere Antworten

Auf der folgenden Seite möchten wir unsere Vertriebspartner in einem kleinem Interview vorstellen und erfahren, warum sie sich für HIDALGO entschieden haben.

Interviewed wurden hier ausnahmsweise wir selbst und zwar von der "Pferdeflüsterei"...

Gehen wir den Lederbaumsattel erstmal Schicht für Schicht durch: Worin unterscheidet sich der Lederbaumsattel von einem klassischen Baumsattel?

 

Das Innere eines klassischen Baumsattels besteht aus einem Holz- oder festem Kunststoffbaum. Dieser ist formstabil und meist nicht wirklich beweglich in der Längs- oder Querachse. Der Lederbaum ist, wie der Name es schon sagt, aus Leder. Gehärtetes Leder ist zwar auch formstabil, aber passt sich durch verschiedene Faktoren, wie Körperwärme und Bewegung zum Beispiel an. Das heißt, dieser Baum bewegt sich in Längs- und Querachse bei jeder Bewegung dreidimensional mit und passt sich im Laufe der Zeit perfekt an den Rücken des Pferdes an.

 

Was ist er Unterschied zwischen Lederbaum und baumlosem Sattel?

Bei einem baumlosen Sattel gibt es gar keinen Baum im Inneren. Diese Sättel sind in den meisten Fällen aus unterschiedlichen, geschichteten Schaumstoffen aufgebaut. Sie sitzen sich oft eher „schwammig und breit, was beim Lederbaum nicht der Fall ist.

 

Kann ich mit einem Lederbaum Sattel alles machen - genau wie mit jedem anderen klassischen Baumsattel auch? Wanderritt? Springen? Oder gibt es da Grenzen?

Definitiv JA, ALLES! Mit einem Lederbaum Sattel kann man alles machen. Vor allem kommen die Hilfen deutlicher und schneller beim Pferd an und das Pferd läuft auch wesentlich freier in der Bewegung, weil kein störender, starrer Baum und Kopfeisen auf dem Rücken die Bewegungen begrenzt. Wir haben unsere Lederbaum Sättel auch auf zahlreichen Trails, zum Teil auch durchs Gebirge erfolgreich getestet.

 

Oft haben die Menschen ja Respekt vor flexiblem Bäumen, weil sie Angst davor haben, dem Pferd beim Reiten Druckspitzen zuzufügen: Gibt es beispielsweise auch Druckmessungen zu euren Lederbaumsätteln? Wenn ja: was sind da die Ergebnisse?

Ja, das stimmt. Diese Vorurteile hört man oft. Wir haben Kolleginnen, die mittels Thermographie die Passform von Sätteln kontrollieren und bei denen kam heraus, dass der Lederbaum den Druck viel gleichmäßiger verteilt als ein klassischer Baumsattel. Zudem ist der Wirbelkanal bei den meisten klassischen Baumsätteln einfach viel zu eng, wodurch schon schnell Probleme beim Pferd entstehen können, weil die Kissen oft direkt auf die Dornfortsätze und Wirbelsäule drücken.

 

Es gibt ja immer mal wieder die Kritik, dass Lederbaumsättel zu sehr biegen - in der Mitte - durch das Reitergewicht - was sagen da die Druckmessungen?

Wie gesagt, die Druckmessung beim Lederbaum war deutlich besser, als beim klassischen Baumsattel. Ein „Durchbiegen“ in der Mitte ist mir noch nicht untergekommen. Wir kennen keinen Hidalgo Sattel, der dort Probleme macht.

 

Gibt es anatomische Grenzen? Also geht das beispielsweise auch bei einem Pferd mit hohem Widerrist?

Hier kommt es natürlich immer etwas auf das Budget des Reiters und die Modellreihe der Hidalgo Sättel an, aber bei der Spezial Reihe von Hidalgo gibt es keine Grenzen. Auch Pferde mit extrem kurzem Rücken und hohem Widerrist sind gar kein Problem.

 

Oder bei Pferderassen mit speziellen Anforderungen, wie den Isländern oder Kaltblütern?

Auch diese sind grundsätzlich gar kein Problem. Solange Pferd und Reiter einigermaßen harmonieren und das Budget auch zum Problem passt, findet man auch hier eine entsprechende Lösung. Gerade bei schwierigen Fällen sind wir oft letzte Instanz, wo´s dann endlich passend wird.

 

Also: Passt der Lederbaumsattel jedem Pferd oder gibt es Pferderücken - Pferdetypen, bei denen die Lederbaumsättel nicht angebracht sind?

Wir haben noch keinen Pferdetyp nicht besatteln können.

 

Was ist mit den Reitern - gibt es da eine Gewichtsgrenze?

Vom Sattel her gibt es genug Anpassungsmöglichkeiten, um auch schwerere Reiter abzudecken. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, die Kissen mit einer Filzverstärkung zu bestellen bzw. ist der Lederbaum zT auch mittels Filz verstärkt. Die Gewichtsgrenze gibt hier eher die Muskulatur und Statur des Pferdes vor.

 

In Prozenten ausgedrückt: Wenn ein gut sitzender Holzbaumsattel 100% Druckschutz liefert - wieviel Druckschutz liefert der Lederbaumsattel?

Da ein gut sitzender Holzbaumsattel unserer Meinung nach keinen 100%igen Schutz liefern kann, da er die Bewegung des Pferdes gar nicht mit machen kann, bietet ein gut angepasster (auf Pferd und Reiter!) Hidalgo Sattel sicherlich wesentlich mehr Druckschutz, solange auch der Reiter gut reitet. Einen schlecht sitzenden, reitenden oder schiefen Reiter kann kein Sattelbaum 100% ausgleichen oder abfangen.

 

Wie erkenne ich ob mein Lederbaum-Sattel dem Pferd passt und nicht drückt?

In dem ich ihn von einem entsprechend geschulten Sattelanpasser kontrollieren lasse, den Rücken meines Pferdes regelmäßig anschaue (oder von Osteo/Physio kontrollieren lasse) und meinem Pferd beim Laufen zuhöre. In den meisten Fällen zeigen die Pferde deutlich, wenn etwas nicht mehr 100% sitzt und neu angepasst werden muss.

 

Lederbaum ist zwar flexibel, muss aber doch auch angepasst werden, richtig?

Ganz genau, ein Lederbaum (und auch ein baumloser) Sattel muss genauso angepasst und kontrolliert werden, wie jeder andere Sattel auch. Sicherlich kann der Kunde bei unseren Sätteln mit etwas Fingerspitzengefühl in gewissem Rahmen dank der klettbaren Sattelkissen auch selbst „Hand anlegen“, was ja bei einem Baumsattel nicht möglich ist.

 

Wie wird er genau ans Pferd angepasst - also welche Punkte oder Körperbereiche werden bei der Anpassung berücksichtigt und welche Parameter der Anpassung gibt es?

Für einen Lederbaumsattel sind genau die gleichen Punkte wichtig, wie bei einem klassischen Sattel auch. Nur, dass wir keine Kammerweite im klassischen Sinne ausmessen müssen, da der Hidalgo Lederbaum ohne Kopfeisen klarkommt.

Wir benötigen zuerst einmal die Auflagefläche des Pferdes. Dafür schauen wir uns die Schulter des Pferdes an und messen von hinter der Schulter bis zur letzten Rippe. Dann benötigen wir die Breite des Wirbelkanals. Dafür schauen wir uns also den Rücken, die Wirbelsäule des Pferdes ganz genau an, schauen, wo die Dornfortsätze beginnen und aufhören und wo der lange Rückenmuskel verläuft. Denn dieser Muskel ist derjenige, der unser Gewicht überhaupt tragen kann. Das heißt, die Kissen müssen hier aufliegen und dürfen die Dornfortsätze nicht einengen. Zusätzlich schauen wir dann natürlich noch, wo und wie die Gurtlage verläuft. Anhand dieser und je nachdem wie viel Platz die Schulter benötigt, wissen wir dann, wo wir die Kissen unter den Sattel kletten müssen.

 

Muss ich den Sattel wechseln, wenn mein Pferd beispielsweise zu- oder abnimmt? Sommer / Winter - Gesunde und kranke Phasen?

Nein, das ist ja das Schöne am Lederbaumsattel. Sie wachsen mit und lassen sich jederzeit wieder auf neue Begebenheiten anpassen.

 

Was unterscheidet die Hidalgo-Lederbaumsättel von anderen Lederbaumsätteln?

Die Lederqualität, die Passform, eine jahrelange Überarbeitung der Modelle (uns gibt es immerhin schon mehr als 12 Jahre am Markt!), die flexible Anpassungs- und Bestellmöglichkeiten und die tolle Auswahl verschiedener Modelle und die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten.

 

Warum habt ihr euch für die Herstellung von Lederbaumsätteln entschieden?

Eben wegen der Vielfalt an Möglichkeiten und der immer wieder neuen Anpassbarkeit der Sättel. Nicht zuletzt um vielen, teilweise wirklich verzweifelten Pferd-Reiter Paaren mit einem überzeugenden System helfen zu können.

 

Wie sichert ihr ab, dass eure Sättel nicht drücken?

Indem wir laufend selbst Drucktests machen, die Sättel laufend überprüfen und nach Verbesserungsmöglichkeiten fragen. Natürlich können wir hier nicht auf spezifische Fälle eingehen, da jedes Pferd anders ist und jeder anders reitet. Speziell Druck ist ein Thema, das individuell abgeklärt werden sollte.

 

Speziell, weil sie auch eingeritten werden müssen - was genau heißt das (also wie lange, wie oft, wie viel) und wie fühlt sich der „frische Sattel“ im Vergleich zum eingerittenen an?

Das Einreiten dauert erfahrungsgemäß etwa 30 Mal intensives Reiten.

Der „frische Sattel“ wird von meinen Kunden gerne als etwas weit weg vom Pferd und „thronend“ beschrieben. Dieses Gefühl ist aber meist schon nach 3-4 Mal reiten weg und mit jedem Mal reiten kommt der Reiter quasi näher ans Pferd und besser zum Sitzen. Die Beinlage formt sich an und der Sattel wird zum „Sofa“.

 

Ist das schwierig, wenn man ihn beispielsweise bei einem Jungpferd nutzen möchte?

Zum Probereiten bei einem Jungpferd nutze ich immer schon gut eingerittene Testsättel. Aber natürlich kann man auch einen neuen Lederbaumsattel bei einem Jungpferd nutzen. Dieser kann bei jeder Veränderung neu angepasst werden. Das ist ja das Tolle an dem System. Natürlich kann es sein, dass das Einreiten des Sattels mit einem Jungpferd etwas länger dauert, aber dafür habe ich einen Sattel, der quasi ein Leben lang beim Pferd bleiben kann und entsprechend angepasst werden kann. Beim klassischen Baumsattel könnte man hier wahrscheinlich jedes halbe Jahr einen neuen Sattel kaufen.

 

An welchen Punkten, kann ich euren Sattel anpassen an das Pferd? (also Baum? Kopfeisen? Polster? - wie genau und noch mehr Punkte?

Da wir kein Kopfeisen in unseren Sätteln haben, ist dies schon mal kein Problem. Die „Kammer“ passt sich entsprechend von selbst an. Der Baum passt sich auch selbst an, es gibt aber für ganz breite Pferde die Möglichkeit den Sattel oder besser das formgebende Element im Bereich der Steigbügelaufhängung breiter zu bestellen. Die Kissen sind der Hauptteil der Anpassung. Diese gibt es in verschiedenen Längen, Formen, Dicken, Materialien/Füllungen etc. Und natürlich muss die Sitzgröße vom Sattel zu Pferd und Reiter passen.

 

Wie lange gibt es euch schon und wie und warum habt ihr eure Sättel entwickelt?

Hidalgo gibt es seit 2007 und ist ständig gewachsen. Gegründet wurde die Firma aus einem ganz einfachen Grund:  …endlich einen passenden Sattel zu finden 😊


Emilie Eichhorst, Hidalgo-Sattel Händlerin aus Deutschland

Liebe Emilie, erzähl uns doch ein wenig über dich! Wie wurdest Du auf Hidalgo aufmerksam und was hat Dich dazu bewegt Vertriebspartner zu werden?

 

Die Sattelsuche für meine eigene Stute mit jahrelangen Satteldramen, führte mich über Barefoot und Deuber letztendlich zu einem Hidalgo Lederbaumsattel.

Als Trainerin und Therapeutin sind mir der Einfluss, die Ansprüche und die Defizite konventioneller Sättel sehr bekannt.

Nach langer und sehr ausführlicher Kommunikation mit Frau Nina Holzer bot Sie mir dann auch eine Händlertätigkeit an.

Das Konzept ist GENIAL und die Ergebnisse und Zufriedenheit von Pferd und Reiter haben mich und viele Kunden überzeugt und ich vertrete es sehr gerne und freue mich immer wieder meine Kunden und Pferde glücklich zu sehen.

In nur wirklich ganz, ganz seltenen Fällen ist eine Anpassung und Besattelung nicht möglich. (Oftmals das Reiter/Pferd/Größe/Gewicht-Verhältnis)

 

Ein häufiges Gerücht ist, dass der Lederbaumsattel "schwammig" wäre. Wie sind deine Erfahrungen mit dem Sitzgefühl in den Hidalgos? Ist es für viele Reiter eine große Umstellung? Machen sich Defizite im Sitz stark bemerkbar?

 

Für viele Reiter sind die ersten Minuten in einem Lederbaumsattel sehr gewöhnungsbedürftig.

Vor allem die 3 Dimensionalen Bewegungen des Pferdes werden plötzlich fühlbar und durch den Lederbaum überhaupt erst MÖGLICH!

Sie merken den Rückenmuskel der sich bewegt und Schwung! Dies kann als schwammig interpretiert werden!

MEIN TIPP!! Lassen Sie sich Zeit beim Probieren, fühlen Sie die Bewegungen und gestehen Sie sich und Ihrem Pferd ein, mit der neuen Bewegungsfreiheit auch erst mal eine neue Balance zu erlernen.

Auch das Pferd entwickelt ein neues Gangbild an das Sie sich gewöhnen müssen!

Reiten Sie 30 min und horchen Sie; ohne die Voreingenommenheit und die Ansprüche aus der gewohnten Sitzprothese oder Korsett ;-)

Der Lederbaum wird andererseits auch als sehr direkt beschrieben, die Hilfen kommen beim Pferd sehr deutlich an.

 

Wo liegen die meisten Defizite der vorhandenen Sättel, wenn du zu einem Kunden kommst? Mit welchen Problemen oder Schwierigkeiten wirst du häufig konfrontiert?

 

Überwiegend liegen die Probleme an unpassenden Kopfeisen und zusätzlich zu schiefen Polstern, auch noch die falsche Kissenwahl. Auch der Schwerpunkt und vor allem die Sitzgröße ist entscheidend und wird nicht immer berücksichtigt.

Die Meisten beschäftigen sich mit dem Sattelprinzip des Lederbaums und im speziellen dem Hidalgo, ohne Kopfeisen erst wenn es keinen anderen Ausweg mehr gibt.

Die Pferde zeigen durch Verhaltensweisen wie z.B. ein verändertes Gangbild; Faulheit oder Rennmodus; Sattel- und Gurtzwang; nicht stehenbleiben, Schweifschlagen und im Schlimmsten Fall Atrophie und gefährliche Arbeitsverweigerung erst sehr spät das es drückt oder zwickt!

 

Ein  häufiger  Punkt  für  Skepsis  ist  die  Empfehlung  eines  polsterbaren  Pads  zum  Lederbaumsattel.  Es  fallen  dann  Argumente  wie  "schummeln"  oder  "mit  Pfusch  passend  machen"  -  Wie  siehst  du  das?  Benutzt  du  selbst  polsterbare  Pads  zur  Anpassung?

 

Ich bevorzuge die Sattelunterlagen von Grandeur! Das Preis/Leistungsverhältnis ist grandios.

Defizite, schwierige Rücken und muskuläre Probleme können ausgeglichen und unterstützt werden.

Weitere Vorteile:

Diese verziehen oder rutschen nicht.

Kleine Korrekturen und Anpassungen sind sofort und ohne großen Aufwand durchzuführen, nach Absprachen und via Bildern auch vom Kunden selbst. Dies erspart, vor allem bei Trainings oder Futter bedingten, häufigen Veränderungen des Pferdes zusätzliche Termine und Kosten.

In der Regel würde ich aber 1x jährlich eine Kontrolle zur Sicherheit empfehlen.

 

Was ist dein persönliches Lieblingsmodell und warum? Und welches Modell kommt bei deinen Kunden am besten an?

 

Die Spanischen ;-) Als Vertreter und Trainer der klassischen Reitlehre und als Wirbelsäulengymnastiktrainer ist mir ein freier, losgelassener und ausbalancierter Reitersitz sehr wichtig! Abgesehen von der schönen Optik bieten diese einen Pferde nahen Sitzkomfort und mit den Kissen auch eine angenehme und großflächige Druckverteilung auf dem Pferderücken.

Es interessieren sich aber zunehmend auch Western und Wanderreiter für die „Spanischen“ und entdecken den Komfort und deren Vorteile.

So kann man auch als größerer, oder schwererer Reiter auf kleinem Pferd oder weniger Auflage bei der Anpassung ein gutes und zufriedenes Ergebnis erzielen.

Der auf eine Fläche wirkende Druck ist umso größer,

  • je größer die auf die Fläche wirkende Kraft ist,
  • je kleiner die Fläche ist.

 

Equine-Motion Pferdephysiotherapie & Chiropraktik
Ganzheitliches Konzept für Pferd & Reiter - ZERTIFIZIERT

Sattelanpassungen 100 km um Mülheim a.d.Ruhr + auf Anfrage

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Lea Pohl, HIDALGO Sattel Händlerin aus Deutschland

 

Hallo Lea, du bist nun seit 2017 bei Hidalgo. Erzähl uns doch ein wenig über dich, vor allem über deinen pferdischen Werdegang und natürlich wann und vor allem wie bist du auf den Lederbaum und speziell Hidalgo gekommen?

 

Hallo, ja, das mache ich doch sehr gerne. Ich heiße Lea Pohl, bin 26 Jahre jung und schon seit dem Kindesalter mit dem Pferdevirus infiziert. Mit ca. 6 Jahren habe ich dann – immer stark gefördert durch meine Eltern – in einer Ponyschule angefangen Reitunterricht zu bekommen und mit 18 Jahren habe ich mir dann den Wunsch vom eigenen Pferd erfüllt. Es ist eine Noriker-Stute (gehört zu den Kaltblütern) geworden. Dank ihr, bin ich dann auch direkt mit dem Problem „Sattel“ konfrontiert worden, da es wirklich nicht einfach war einen Sattel zu finden, der ihr auch nur ansatzweise passt, für mich kleinen Reiter (1.63) keine zu langen Sattelblätter hat und dann auch noch in das Studentenbudget passt. Damals war Facebook noch nicht bekannt und ich habe mir durch das Reitforum Hilfe gesucht.

Fast alle haben mir damals empfohlen mich in Richtung „baumlosen Sattel“ umzuschauen. Das habe ich dann auch getan und habe als Erstes einen alten Barefoot getestet, der mich aber so unendlich unbequem breit gesetzt hat, dass ich dann Gott sei Dank über Umwege schlussendlich bei Hidalgo gelandet bin.

Beruflich habe ich erst einmal ein Studium der Sprachwissenschaften abgeschlossen, habe aber währenddessen schon gemerkt, dass dies nicht mehr Traumberuf ist. Zudem bekam ich durch meine Jobs auf unterschiedlichsten Pferdemessen mit, wie groß doch die Nachfrage nach Pferde-Equipment in Shetty- und vor allem Kaltblut-Größe ist und vor allem auch die Nachfrage an entsprechend passenden Sätteln. So habe ich mich dann 2016 dazu entschlossen mich mit Horseluck.de selbstständig zu machen und anderen Pferdebesitzer*innen zu helfen.

 

Ein häufiges Gerücht ist, dass der Lederbaumsattel "schwammig" wäre. Wie sind deine Erfahrungen mit dem Sitzgefühl in den Hidalgos? Ist es für viele Reiter eine große Umstellung? Machen sich Defizite im Sitz stark bemerkbar?

 

Also ein „schwammiges“ Sitzgefühl kann ich vom Hidalgo so gar nicht bestätigen. Gerade in den Barock-Modellen sitzt man wunderbar eingerahmt durch die Galerien und hat trotzdem genug Beinfreiheit, nicht wie bei den meisten Sitzprothesen, die man heute viel auf dem klassischen Sattelmarkt findet. Aber gerade diese Beinfreiheit ist tatsächlich für den ein oder anderen Kunden erst einmal eine große Umstellung. Denn es ist wirklich so, in so einem Sattel machen sich die eigenen Defizite deutlicher bemerkbar, als in einem klassischen Sattel.

Ein häufiges Gefühl, welches mir jedoch ab und an von Kunden beim Einreiten des neuen Hidalgos vermittelt wird, ist das „thronende“ Gefühl. Natürlich muss sich so ein Lederbaum erst einmal etwas setzen und einreiten. Davor haben leider viele noch Respekt.

 

Der Lederbaum wird andererseits auch als sehr direkt beschrieben, die Hilfen kommen beim Pferd sehr deutlich an. Welche Erfahrung hast du gemacht, wie die Pferde auf den Lederbaum reagieren?

 

Ja, das kann ich definitiv bestätigen. Und auch meinen Kund*innen fällt dies immer direkt sehr positiv auf. Vor allem Gewichtshilfen kommen bei dem Pferd wesentlich schneller und deutlicher an. Die Pferde reagieren alle durchweg positiv auf den Lederbaum. Das ein oder andere Pferd braucht, genauso wie sein Reiter, ein, zwei, drei Runden, um sich an die neue Bewegungsfreiheit zu gewöhnen. Aber man sieht sehr schnell einen Unterschied zu einem Sattel mit starrem Baum. Und meistens merken es auch die Kund*innen entsprechend.

 

Wo liegen die meisten Defizite der vorhandenen Sättel, wenn du zu einem Kunden kommst? Mit welchen Problemen oder Schwierigkeiten wirst du häufig konfrontiert?

 

Die größten Defizite bei den vorhandenen Sätteln sind meistens, dass sie das Pferd in der Schulter einengen und das der Wirbelkanal viel zu eng ist und die Kissen meist wunderbar in die Dornfortsätze drücken. Häufig ist dann zusätzlich auch noch ein Sattel mit völlig falschem Schwung im Sattelbaum auf dem Pferd, wodurch der Sattel dann immer schön „kippelt“ oder eine Brücke bildet. Durch diese markanten Druckpunkte habe ich es oft mit Pferden mit atrophierter Muskulatur zu tun und da muss man oft dem Besitzer erstmal erklären, dass hier Muskelaufbau ohne Sattel, also vom Boden, angebracht wäre und dann natürlich auch entsprechend bei der Polsterung des neuen Hidalgos schauen, dass man entsprechend passend polstert.

 

Aus welchem  Grund  sehen  sich  die  Reiter  nach  einem  neuen  Konzept  um?  Welche positiven Veränderungen konntest du  bereits  selbst  an  deinen  Kunden  miterleben?

 

Ich werde meistens dann gerufen, wenn bereits mehrere „klassische Sattler“ versagt haben und der Kunde nicht nur einen Sattel-Fehlkauf im Schrank hängen hat. Oft sind es auch die Kunden mit den kurzen Ponys, wo 90% der auf dem Markt existierenden Baumsättel, immer noch zu lang sind. Ich erlebe bei fast jedem Termin einen „Aha-Moment“, wo der Kunde dann merkt, dass es tatsächlich eine Lösung für das Problem gibt. Sei es, die extrem kurze Auflagefläche, die markante Schulter oder auch Buckeln o.ä.

 

Ein  häufiger  Punkt  für  Skepsis  ist  die  Empfehlung  eines  polsterbaren  Pads  zum  Lederbaumsattel.  Es  fallen  dann  Argumente  wie  "schummeln"  oder  "mit  Pfusch  passend  machen"  -  Wie  siehst  du  das?  Benutzt  du  selbst  polsterbare  Pads  zur  Anpassung?

 

Ich erkläre dann immer in Ruhe, wie das System Lederbaum funktioniert. Dass wir mit Hilfe der Kissen vorrangig den Wirbelkanal einstellen und mit Hilfe des polsterbaren Pads dann den Schwerpunkt des Sattels anpassen. Also das, was der Sattler beim klassischen Baumsattel mit Polsterwolle macht. Natürlich haben wir die Möglichkeit bei Hidalgo die Kissen in unterschiedlichen Dicken zu bestellen, jedoch erkläre ich hier auch immer, dass dies nur in Extrem- und Ausnahmefällen wirklich Sinn macht.

Zum Thema „baumlose Sättel und deren Anpassung“ habe ich einen Artikel für die April-Ausgabe des Magazins „Horseman“ verfasst.

 

Ist  der  Lederbaum  wirklich  für  jedes  Pferd  und  jeden  Reiter  geeignet  oder  würdest  du  hier  eine  Grenze  ziehen?

 

Ich bin mittlerweile der Meinung, dass eigentlich jedes Pferd mit Lederbaum geritten werden kann. Allerdings habe ich im Laufe der Zeit gemerkt, dass es tatsächlich ein paar Pferde gibt, die einfach besser mit einem Kopfeisen laufen, welches in den Hidalgo Lederbäumen absichtlich nicht verbaut ist. Jedoch würde ich niemals sagen, dass ein Lederbaum für jede Pferd-Reiter-Kombination geeignet ist. Es gibt einfach leider Reiter, die mit dem beweglichen Baum nicht zurecht kommen und dann verwirrt sind, wenn ihr Pferd plötzlich wesentlich feiner reagieren kann. ; - )

Ja, selten gibt es auch mal ein Pferd, dass grundsätzlich nicht so gerne mit Kissen läuft und dann tatsächlich einen komplett baumlosen Sattel bevorzugt, dies waren bisher jedoch meistens dann auch wirklich schmerz-traumatisierte Pferde.

Immer wieder bekomme ich auch die Frage nach der Gewichtsbegrenzung. Da sage ich dann immer nur, dass derjenige, der meint, dass er zu schwer für einen Lederbaum ist, eventuell darüber nachdenken sollte, ob er dann nicht eher grundsätzlich zu schwer zum Reiten ist. Für die Nutzung eines Hidalgos bei etwas mehr Gewicht (Voraussetzung: eine gute Muskulatur des Pferdes und ein gutes Gleichgewicht des Reiters), gibt es meiner Meinung nach, genug Anpassungs- und Polstermöglichkeiten, damit zum Beispiel auch unsere größeren männlichen Reiter in den Genuss einen Lederbaums kommen können.

 

Was ist dein persönliches Lieblingsmodell und warum? Und welches Modell kommt bei deinen Kunden am besten an?

 

Mein persönliches Lieblingsmodell ist der Valencia Light Kilger. Ich liebe das Kilger Leder und der Schnitt vom Valencia passt super zu mir und meinem Pferd. Bei meinen Kunden kam bisher tatsächlich der Cordoba 2 am besten an oder Valencia Spezial.

Wobei es mittlerweile auch mehr Kunden werden, die sich in Richtung Relvas-Modell informieren, da sie den Vorteil der spanischen Kissen erkennen, jedoch gerne einen klassischen Dressursitz behalten möchten.

 

Gibt es ein Pferd-/ Reiterpaar das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

 

Natürlich bleiben mir alle in Erinnerung, da ich sie auch immer wieder regelmäßig zur Nachkontrolle sehe, aber sehr gut erinnere ich mich vor allem an meine allererste Sattelkundin. Sie hat einen kleinen Norweger-Wallach, mit etwas Widerrist, der beim Reiten nicht ohne ist und gerne auch buckelt. Das heißt, sie braucht einen Sattel mit Wildleder und sehr gutem Halt. Damals hat sie mich gerufen, um Ihren vorhandenen Lederbaum-Sattel (günstiger Nachbau von Hidalgo) anpassen zu lassen. Schnell mussten wir aber merken, dass dieser Sattel mit den Wochen vorne immer weiter wurde und irgendwann auf dem Widerrist auflag. Alles um- und unterpolstern hat nicht geholfen. Also durfte ich ihr einen Hidalgo verkaufen. Sie hat sich für einen Cordoba 2 entschieden, da sie bei dem Modell durch das Wildleder und die Pausche wunderbaren Halt hatte. Während ich bei ihrem alten Sattel gefühlt alle 3 Monate vorbeikommen musste, hat sie nun einen Sattel bei dem wir uns (leider) nur noch alle 6-12 Monate sehen, da der Sattel einfach gut liegt und nicht rutscht etc.

 

www.horseluckshop.de

Südstraße 258

33415 Verl 

Telefon: 01725455558

E-Mail: info@horseluckshop.de

 


Yvonne Hochstrasser, HIDALGO Sattel Händlerin aus Österreich

Hallo Yvonne, du bist schon länger bei Hidalgo als so manch anderer. Erzähl uns doch ein wenig über dich, vor allem über deinen pferdischen Werdegang und natürlich wann und vor allem wie bist du auf den Lederbaum und speziell Hidalgo gekommen?"

Mein Werdegang... Ich reite seit ich 6 Jahre bin und seit der Zeit war für mich eigentlich klar, das dass meine Berufung ist. Nach der Hauptschule bin ich in Lambach in die Pferdewirtschaftsschule gegangen und Jobte nach meiner Ausbildung in Verschiedenen Berufen. Glücklich machte mich jedoch keine dieser Arbeiten, somit Beschloss ich vor etwa 6 Jahren mich Selbstständig zu machen. Ich arbeite nun also endlich in meinem Traumjob und bin mobile Mensch- und Pferdetrainerin in der Steiermark. Bei meiner arbeit kamen mir fast täglich nicht passende Sättel unter und da ich kein Sattler war, musste ich mich auf diese Verlassen, wobei man dann eher verlassen ist. Da werden einem Sauteure Sättel verkauft die dem Pferd dann spätestens nach einem halben Jahr training dann erst wieder nicht passen. Durch eine glückliche Fügung lernte ich meinen Trainer Harald Kalcher kennen und mit ihm auch das System von Hidalgo. Ich war sofort Feuer und Flamme für die Sättel und überglücklich etwas gefunden zu haben, was ich selbst anpassen konnte. Der Lederbaum war dann noch das Zuckerl dazu. Somit wusste ich, das nie wieder eines meiner Pferde ein Kopfeisen, welches ihm früher oder später drücken anfängt, auf den Rücken bekommt. Mit jedem Pferd dem ich einen Hidalgo Sattel bringen darf, freue ich mich, denn ich weiß es hat den besten Sattel auf dem Rücken, den es haben kann.

 

Wo liegen die meisten Defizite der vorhandenen Sättel, wenn du zu einem Kunden kommst? Mit welchen Problemen oder Schwierigkeiten wirst du häufig konfrontiert?

Bei den meisten Sättel die ich sehe passt das Kopfeisen nicht (meist zu eng) und die länge des Sattels ist auch sehr häufig ein Problem. Oft rufen mich Kunden an "Ich hab jetzt schon den vierten Sattel und er passt noch immer nicht" Viele Pferde nehmen unpassende Sättel überraschen gut in Kauf, ihr volles Potenzial können sie damit natürlich nicht ausschöpfen, aber wenige wehren sich wirklich dagegen. Sehen tut man es meist an den Atrophierten Muskeln, meistens der Trapezmuskel. Was ich auch sehr oft sehe, ein nicht passender Schwerpunkt des Sattels. Die meisten hängen nach hinten, was für das Pferd natürlich mega unangenehm ist.

 

Ein häufiges Gerücht ist, dass der Lederbaumsattel "schwammig" wäre. Wie sind deine Erfahrungen als Trainerin mit dem Sitzgefühl in den Hidalgos? Ist es für viele Reiter eine große Umstellung? Machen sich Defizite im Sitz stark bemerkbar? 

Also ich liebe das Sitzgefühl der Hidalgo Sättel. Die Bewegung vom Pferd wird unglaublich gut übertragen und ich kenne keinen bequemeren Sitz als den von unseren spanischen Modellen.

Tatsächlich habe ich es schon oft erlebt, dass Reiter mit den Sitz anfangs nicht sehr gut klar kommen. Die Beine fliegen durch die Gegend und auch die Balance zu halten ist für manche ein Problem. Was mich aber überhaupt nicht wundert. Ich bin erst vor kurzem in einem teuern Dressursattel einer anderen Marke gesessen und fühlte mich in meiner Bewegung extrem eingeschränkt, als wäre ich in einem Kindersitz. Das man dabei sein Gefühl für Balance und wirkliche Schenkellage verliert, wundert mich nicht. Wenn sich das für mich als Reiter schon so schrecklich starr anfühlt, möchte ich nicht wissen wie es dem Pferd unter mir geht. Da aber die Pferde so gut wie immer mit dem Hidalgo Sattel besser gehen, als mit dem davor meist angepassten, kaufen ihn die Besitzer dann doch und lernen noch mal neu zu sitzen.

 

Der Lederbaum wird andererseits auch als sehr direkt beschrieben, die Hilfen kommen beim Pferd sehr deutlich an. Welche Erfahrung hast du gemacht, wie die Pferde auf den Lederbaum reagieren?

Ja der Direktheit kann ich nur zustimmen. Genau das liebe ich an den Hidalgos. Die Pferde die diesen Sattel zum ersten mal auf den Rücken bekommen gehen innerhalb weniger Minuten viel gelöster. Vor allem die Schultern sind viel lockerer. Drückt ja auch kein Eisen mehr.

 

Was ist dein persönliches Lieblingsmodell und warum? Und welches Modell kommt bei deinen Kunden am besten an? Ich mag alle Spanischen Modelle, vor allem jene die an der Beinlage etwas vertieft und somit direkter am Pferd sind, so wie Barrocco und Cordoba. An den Spanischen Modellen mag ich als erstes die große Auflagefläche fürs Pferd und natürlich den ultra bequemen Sitz. Die Galerie gibt einem ein Sicheres Gefühl, was natürlich gerade in der Jungpferdeausbildung von Vorteil ist. Es sind wirkliche Allround Sättel. Zum Dressurreiten perfekt, weil sie super die Bewegung vom Pferd übertragen und ebenso meine Hilfen zurück. Ich habe auch immer das Gefühl, dass ich vom Sattel schon super Aufrecht hingesetzt werde. Zum Ausreiten sehr bequem fürs Pferd und für mich. Sogar kleinere Sprünge sind kein Problem. Meine Kunden kaufen ebenso fast nur Spanische Modelle, der Bestseller ist mit Sicherheit der Valencia Spezial.

 

Gibt es ein Pferd-/ Reiterpaar das dir besonders in Erinnerung geblieben ist? 

Eigentlich bleiben mir alle im Gedächtnis. Ich frage auch immer wieder nach ob noch alles passt, bzw. wenn ich in der Gegend bin kontrolliere ich selber noch einmal alles nach. Ich lasse von vielen ein Rückenfoto vom Pferd machen, um es nach einiger Zeit vergleichen zu können. Dabei freue ich mich natürlich am meisten, wenn ich sehe wie gut sich die Muskulatur erholt hat. Da hatte ich wirklich schon so viele Pferde bei denen der Trapezmuskel unter den Kopfeisen schon fast verschwunden war, und ein halbes Jahr später sind dann keine Löcher mehr im Schweißbild zu sehen. Das ist für mich die größte Freude, zu sehen wie gut es den Pferden mit unseren Hidalgo Sätteln geht! 

 

 

Web: http://www.yvonne-hochstrasser.at/

Tel: +43 (0) 664 2788255

Mail: yvonne.hochstrasser@gmail.com

 

Satteltouren macht Yvonne in Kärnten, Burgenland, Steiermark und Süden von Niederösterreich, Wien, weiter auf Anfrage. Viele Sattelmodelle zur Anprobe möglich.


Claudia Schleiermacher

Hallo  Claudia,  du  bist  seit  2016  Vertriebspartnerin  von  Hidalgo  und  bereits  seit  über  10  Jahren  DIPO  geprüfte  Pferdeosteopathin/-physiotherapeutin.  Erzähl  doch  ein  wenig  über  dich,  vor  allem:  Wie  bist  du  zur  manuellen  Therapie  am  Pferd  gekommen?

 

Hallo,  ich  bin  48  Jahre  alt,  wohne  in  der  Nähe  von  Aachen  und  war  schon  als  Kind  von  Pferden  fasziniert.  Meine  Eltern  haben  wir  in  meiner  Jugend  Reitstunden  ermöglicht  und  ich  hatte  lange  Zeit  ein  Pflegepferd.  Zum  eigenen  Pferd  bin  ich  erst  sehr  spät  gekommen.  Meine  Friesenstute  Sijtje  kaufte  ich  als  ich  knapp  30  Jahre  alt  war.  Sie  war  damals  2  Jahre  alt.  Meine  Stute  war  leider  von  Anfang  an  sehr  anfällig  für  alle  Arten  von  Verletzungen,  so  dass  ich  recht  oft  gezwungen  war  eine  Pferdeosteopathin  zu  Rate  zu  ziehen.  Mit  großem  Interesse  habe  ich  ihre  Arbeit  verfolgt  und  war  natürlich  auch  begeistert  von  den  schnellen  Resultaten,  sprich,  dass  meine  Stute  1-2  Tage  nach  den  Behandlungen  wieder  fit  war.  Da  ich  damals  schon  Humanphysiotherapeutin  war,  und  mich  der  Beruf  des  Pferdeosteopathen  wahnsinnig  interessierte,  begann  ich  2005  eine  2-jährige  Ausbildung  zur  Pferdeosteopathin  am  Deutschen  Institut  für  Pferdeosteopathie  (DIPO)  in  Dülmen  bei  Fr.  Schulte-Wien. Mein  Examen  zur  DIPO-Pferdeosteopathin  /  Pferdephysiotherapeutin  legte  ich  Mitte  Juni  2007  erfolgreich  ab  und  gründete  meine  Firma  “Pferd  in  Balance“.  Es  folgten  die  Anerkennung  der  Pferdephysiotherapie  durch  die  FN,  und  diverse  Kurse  und  Fortbildungen.    

 

Wie  wurdest  du  dann  auf  Hidalgo  aufmerksam  und  was  hat  dich  dazu  bewegt  selbst  zum  Vertriebspartner  zu  werden?  Was  zeichnet  das  Hidalgo-Konzept  deiner  Meinung  nach  besonders  aus  oder  was  hat  dich  überzeugt?

 Meine  Stute  Sijtje  hatte  wie  schon  erwähnt  immer  wieder  Verletzungen  und  Krankheiten,  die  es  mir  unmöglich  machten,  sie  durchgehend  zu  reiten.  Wir  haben  in  den  19  Jahren  glaube  ich  mehr  Bodenarbeit  und  Spaziergänge  gemacht  als  manch  ein  Pferdebesitzer.    Durch  ihre  Verletzungen  passten  immer  wieder  die  Sättel  nicht,  im  Ganzen  habe  ich  ca.  8  Sättel  besessen.  Der  letzte  Sattel  war  ein  Barock  Sattel,  den  hat  sie  recht  lange  tragen  können,  da  man  ihn  in  der  Kammer  verstellen  konnte. Leider  war  dieser  Sattel  aber  sehr  schwer,  so  dass  ich  ihn  später  auch  nur  noch  ungern  genutzt  habe. Dieselben  Erfahrungen  mit  Sätteln  berichteten  mir  auch  meine  Osteopathiekunden.  Ich  traf  immer  wieder  auf  frustrierte  Besitzer  und  frustrierte  Pferde,  hervorgerufen  durch  einen  unpassenden  Sattel. 

Schon  damals  machte  ich  mir  Gedanken,  wie  ich  Pferd  und  Reiter  helfen  könnte.  Der  Sattel  ist  leider  immer  noch  zu  80  %  die  Ursache  für  osteopathische Läsionen. Durch  eine  Freundin  im  Stall  wurde  ich  auf  die  Hidalgo  Sättel  aufmerksam.  Es  hatte  sich  eine  Händlerin  angekündigt,  und  ich  habe  mir  gedacht,  das  schaust  du  dir  mal  an.  Ich  muss  zugeben,  am  Anfang  war  ich  sehr  skeptisch,  denn  ich  hatte  ja  selber  schon  unzählige  Modelle  und  Marken  ausprobiert,  und  immer  ging  es  nur  eine  zeitlang  gut,  dann  fingen  die  Probleme  an.  Die  Hidalgohändlerin  (zufällig  auch  eine  Pferdephysiotherapeutin  vom  DIPO)  hat  meiner  Freundin  alles  genau  erklärt  und  sie  durfte  verschiedene  Modelle  Probe  reiten.  Meine  Skepsis  war  nach  diesem  Termin  schon  etwas  gewichen,  aber  ganz  überzeugt  war  ich  noch  nicht.  Ich  habe  dann  Kontakt  mit  ihr  aufgenommen,  und  durfte  sie  auf  einige  Termine  begleiten.  Nach  diesen  Terminen  war  ich  wirklich  überzeugt,  da  ich  endlich  auch  einmal  Pferde  gesehen  habe,  die  einen  intakten  Trapezmuskel  hatten.  Außerdem  gefiel  mir  das  Konzept  mit  den  klettbaren  Kissen  sehr.  Ein  weiter  Vorteil  ist  das  Gewicht  der  Sättel.  

Genau  zu  dieser  Zeit  machten  sich  bei  mir  gesundheitliche  Probleme  bemerkbar  und  ich  konnte  lange nicht  meinen  Beruf  als  Human-Physiotherapeutin  ausüben.  Da  ich  mir  Gedanken  um  meine  berufliche  Zukunft  machte,  fand  ich  den  Gedanken,  für  Hidalgo  als  Händlerin  zu  arbeiten  sehr  ansprechend.  Ende  2016  musste  ich  die  Tätigkeit  als  Humanphysiotherapeutin  leider  komplett  aufgeben. 

 

Zusammenfassung  Vorteile  Lederbaumsättel:

-  geringes  Gewicht

-  fast  an  alle  Pferde  anpassbar  durch  Klettkissen,  gerade  auch  bei  jungen  Pferden  von  Vorteil

-  Klettkissen  passend  zur  Länge  der  Sattellage

-  absolute  Schulterfreiheit,  besonders  auch  geeignet  bei  Pferden  mit  asymmetr.  Schultern  →  geschädigter  Trapezmuskel  kann  sich  erholen

-  Größe  Sattel  und  Länge  Kissen  besser  an  Reiter  anpassbar  als  bei  Baumsätteln

-  sehr  gut  bei  kurzen  Rücken  (die  meisten  Baumsättel  sind  dann,  wenn  sie  eine  kleine  Sitzgröße    haben,  zu  klein  für  einen  Erwachsenen,  oder  bei  größeren  Grössen  zu  lang  für  das  Pferd)

-  mehr  Kontakt  zum  Pferd,  dreidimensionale  Bewegungen  werden  gespürt

-  das  Pferd  bewegt  sich  freier  und  lockerer,  mit  mehr  Schwung

 

Für  mich  als  Pferdeosteopathin  ist  dieses  Sattelkonzept  die  Lösung  bei  fast  allen  Problemen.  Allerdings  sei  noch  gesagt,  dass  leider  auch  ein  Hidalgo  Sattel  nur  so  gut  sein  kann  wie  sein  Reiter.  Hier  sehe  ich  leider  noch  viel  zu  oft  reiterliche  Probleme,  die  auch  ein  Hidalgo  Sattel  nicht  ausgleichen kann.  Rollkuren,  schlechter  Sitz  und  ein  auf  der  Vorhand  laufendes  Pferd  bleiben  ein  Problem  und  da kann  auch  ein  Lederbaumsattel  nichts  retten  ;-)

 

Mit  welchen  Problemen  wirst  du  häufig  konfrontiert,  wenn  man  dich  zu  einer  Sattelanprobe  holt?  Aus welchem  Grund  sehen  sich  die  Reiter  nach  einem  neuen  Konzept  um?  Welche  positiven  Veränderungen  konntest  du  bereits  selbst  an  deinen  Kunden  miterleben?

Die  größte  Anzahl  der  Kunden  kontaktieren  mich  aus  dem  Grund,  weil  sie  schon  eine  Sattelodyssee  hinter  sich  haben  (ähnlich  wie  ich)  und  nun  endlich  einen  Sattel  suchen,  der  anpassbar  ist.  Diese  Kunden  gilt  es  aber  erst  einmal  von  ihren  Zweifeln  zu  befreien.  Ich  verstehe  ihre  Skepsis  gut,  da  bestimmt  schon  andere  Sattler  behauptet  haben,  dass  der  Sattel  passt.  Leider  sehe  ich  bei  vielen  meiner  Kunden  extremen  Muskelabbau  bis  hin  zu  Atrophie,  verursacht  durch  meist  zu  enge  Sättel.Auch  sind  einige  Kunden  dabei,  die  ein  junges  Pferd  haben  und  gerade  zum  Anreiten  einen  leichten  Sattel  suchen,  der  mit  dem  Pferd  „mitwächst“. Viele  meiner  Kunden  sind  auch  noch  recht  jung  und  können  sich  einen  sehr  teuren  Sattel  nicht  leisten.  Hier  sehe  ich  die  Vorteile  der  Hidalgosättel  in  dem  guten  Preis-/Leistungsverhältnis.

 

Ein  häufiger  Punkt  für  Skepsis  ist  die  Empfehlung  eines  polsterbaren  Pads  zum  Lederbaumsattel.  Es  fallen  dann  Argumente  wie  "schummeln"  oder  "mit  Pfusch  passend  machen"  -  Wie  siehst  du  das?  Benutzt  du  selbst  polsterbare  Pads  zur  Anpassung?

 Ich  vertrete  schon  seit  Jahren  die  Meinung: “Ein  Sattel  sollte  ohne  jegliche  Kissen/Pads  korrekt  liegen“.  Aber  jetzt  kommt  noch  der  Zusatz,  den  viele  Besitzer  wohl  nicht  überdenken:  „WENN  das  Pferd  optimal  bemuskelt  ist“.  Leider  sind  die  wenigsten  Pferde,  die  ich  bei  meinen  Kundenterminen  sehe,  gut  auftrainiert.  Atrophien  gerade  im  Trapezbereich  sind  an  der  Tagesordnung.  Meist  liegt  die  Ursache  bei  einem  nicht  passenden  Baumsattel.  Leider  sehe  ich  aber  auch  immer  wieder  Besitzer,  die  nicht  wirklich  gut  reiten  und  somit  einem  korrekten  Muskelaufbau  entgegen  wirken.  Hier  probiere  ich mit  viel  Feingefühl  aber  ehrlichen  Worten  darauf  hinzuweisen.  Ich  versuche  den  Kunden  zu  erklären,  dass  sie  entweder  das  Pferd  so  lange  vom  Boden  aus  arbeiten  sollten,  bis  die  Muskulatur  sich  erholt  hat,  oder  aber  ein  polsterbares  Pad  nutzen  sollten  um  die  fehlende  Muskulatur  zeitweise auszugleichen.  Sollte  sich  der  Muskel  erholen,  kann  man  nach  und  nach  die  Polster  herausnehmen.  Generell  habe  ich  die  Erfahrung  gemacht,  dass  gerade  die  Decken  von  Grandeur  eine  perfekte  Ergänzung  sind  für  die  Lederbaumsättel.  Gerade  bei  etwas  robusten  Rassen  ist  mir  aufgefallen,  dass  die  Kissen  etwas  tiefer  in  die  Muskulatur  einsinken.  Ich  denke  es  kommt  daher,  das  viele  Robustrassen  (Tinker,  Haflinger,  Norweger  usw)  ein  etwas  „weicheres“  Gewebe  haben,  trotz  guter  Bemuskelung  sinken  die  Kissen  tiefer  ein,  als  z.B.  bei  einem  gewöhnlichen  WB.  Mit  einer  Satteldecke  mit  Moosgummiauflage  holt  man  noch  einmal  ca  1-2  cm  raus,  das  heißt  der  Sattel  wird  etwas  höher  gelegt,  ohne  dem  Reiter  aber  das  Gefühl  zu  geben,  über  dem  Pferd  zu  schweben. Sehr  sinnvoll  sind  die  polsterbaren  Pads  auch  bei  Pferden,  die  irreversibel  schief  sind.  Meine  Stute  Sijtje  ist  so  ein  Fall.  Würde  ich  rechts  keine  dünne  Moosgummieinlage  in  die  Satteldecke  stecken,  würde  ich  immer  schief  auf  meinem  Pferd  sitzen  und  ihre  Schiefe  noch  verstärken.  Sie  hat  einen  irreversibelen  Beckenschiefstand,  hierdurch  bedingt  ist  der  rechte  Rückenmuskel  schlechter  ausgebildet  und  sie  ist  auch  in sich  schief.

 

Thema  Schiefe:  das  Gerücht,  der  Lederbaum  würde  die  Schiefe  von  Pferd  und  Reiter  verstärken,  hält  sich  hartnäckig  in  diversen  sozialen  Medien.  Auch  wäre  es  mit  dem  Lederbaum  viel  wahrscheinlicher,  dass  man  ihn  unwiderruflich  schief  sitzt  und  somit  den  Sattel  ruiniert.  Wie  siehst  du  das  aus  osteopathischer  Sicht?

Generell  vertrete  ich  die  Meinung,  dass  KEIN  Sattel  auf  Dauer  einer  sehr  einseitigen  Belastung  (sei  es  durch  einen  schiefen  Reiter  oder  durch  ein  schiefes  Pferd)  Stand  hält.  Ich  spreche  auch  aus  eigener  Erfahrung,  da  ich  selber  eine  Skoliose  habe.  Meine  Baumsättel  mussten  jedes  halbe  Jahr  kontrolliert  werden  und  die  Polsterung  wurde  erneuert,  da  ich  sie  flach  gesessen  hatte.  Seit  Beginn  2016  reite  ich  meine  Stute  nur  noch  mit  den  Hidalgo  Sätteln,  und  bisher  sind  diese  Sättel  nicht  verzogen  oder  schief. Einzig  sehe  ich  eine  leichte  Tendenz,  dass  ein  Kissen  sich  etwas  schneller  flach  drückt.  Diese  kann  man dann  aber  bei  Bedarf  austauschen  gegen  neue  Kissen.  Mein  Pferd  und  ich  sind  seitdem  nicht  schiefer  geworden,  im  Gegenteil,  ich  merke,  dass  mir  die  Sättel  sehr  gut  tun.  Der  Rumpfmuskel  beim  Reiter  wird  noch  mehr  angesprochen,  man  braucht  mehr  Stabilität  und  Muskulatur  als  in  einem  Baumsattel.  Dies  führt  auch  oft  zu  den  Aussagen:  der  fühlt  sich  

schwammig  an  oder  man  bewegt  so  viel.  Natürlich  ist  das  so  :-)  die  Lederbaumsättel  geben  dreidimensional  die  Bewegung  des  Pferdes  an  den  Reiter  weiter,  Für  viele  die  nur  Baumsättel  gewöhnt  sind,  fühlt  sich  das  zu  beweglich  an.  Man  gewöhnt  sich  aber  sehr  schnell  daran. Ich  denke,  gute  Reiter  kommen  von  Anfang  an  sehr  gut  zurecht  mit  den  Hidalgosätteln,  ein  Reiter  mit  wenig  Rumpfstabilität  wird  in  einem  Hidalgosattel  zuerst  das  Gefühl  haben,  das  Reiten  verlernt  zu  haben  :-)  So  habe  ich  es  empfunden  und  so  geben  es  auch  meine  Kunden  weiter.  Dies  ändert  sich  aber  schon  nach  wenigen  Ritten.  Ich  selber  möchte  keinen  anderen  Sattel  mehr  reiten.

 

Ist  der  Lederbaum  wirklich  für  jedes  Pferd  und  jeden  Reiter  geeignet  oder  würdest  du  hier  eine  Grenze  ziehen?

Ich  würde  niemals  behaupten,  dass  der  Lederbaumsattel  zu  jedem  Pferd  und  Reiter  paßt.  Ich  hatte  selber  schon  Kunden,  die  waren  am  Ende  einfach  besser  beraten  mit  einem  Baumsattel  (zB  wenn  der  Reiter  körperlich  sehr  eingeschränkt  ist).  Auch  vertrete  ich  die  Meinung,  dass  man  als  sehr  schwerer  Reiter  keinen  Lederbaumsattel  benutzen  sollte,  allerdings  ist  ab  einem  gewissen  Gewicht  für  mich  auch  das  Reiten  nicht  mehr  zumutbar  für  ein  Pferd.  Natürlich  immer  abhängig  von  der  Rasse,  Größe  usw  des  Pferdes.  Ein  großes  Kaltblut  oder  ein  Shire  haben  sicherlich  wenig  Probleme  mit  einem  Schwergewicht,  als  ein  Isländer  oder  Vollblut.  Da  kommt  es  auf  die  Zusammenstellung  Reiter-Pferd  an.  Allerdings  wird  der  Begriff  „Gewichtsträger“  nach  meiner  Meinung  nach  oft  falsch  ausgelegt.  Auch ein  dicker,  breiter  Haflinger  muß  nicht  zwangsläufig  ein  Gewichtsträger  sein.  Bei  schwereren  Reiter  wähle  ich  schon  mal  dickere  Kissen  oder  eventuell  die  Filzverstärkten,  obwohl  ich  die  eigentlich  sehr  hart  finde.

 

 

Die  DIPO  bietet  ja  auch  eine  Ausbildung  zum  Sattelexperten.  Ich  war  so  frei  und  habe  dort  mal  ein  wenig  recherchiert  und  mir  sind  die  10  Kennpunkte  eines  Sattels  ins  Auge  gesprungen  –  die  DIPO  vertritt  da  ganz  klar  die  Meinung,  dass  nur  ein  Holz-Stahlfederbaum  wirklich  das  leisten  kann,  was  ein  Sattel  leisten  sollte.  Ebenso  lehnen  sie  dort  ganz  klar  die  Latexkissen  ab.  Wie  siehst  du  das,  nachdem  du  ja  die  Philosophie  des  Lehrzentrums  kennst? 

Ich  habe  mir  im  Laufe  der  Jahre  meine  eigene  Meinung  darüber  gebildet.  Ich  selber  habe  Erfahrungen  sammeln  können  mit  Holzbäumen  und  auch  Kunststoffbäumen.  Dass  nur  ein  Holzbaum  den  korrekten  Sitzpunkt  für  den  Reiter  bestimmen  kann,  sehe  ich  anders.  Gerade  ein  flexibeler  Kunststoffbaum  oder  ein  Lederbaum  ist  ja  in  der  Lage,  sich  dem  Pferderücken  anzupassen.  Ein  Pferd  ist  ja  kein  statischer  Gegenstand,  sondern  es  bewegt  sich  und  die  Rückenlinie  verändert  sich  je  nach  Gangart.  Wenn  ich  mir  vorstelle,  dass  ein  Pferd  mit  extremen  Senkrücken,  der  sich  aber  unter  dem  Reiter  sehr  gut  aufwölben  kann  einen  starren  Holzbaum  auf  seinem  Rücken  liegen  hat,  stellt  sich  mir  die  Frage,  wie  soll  dieser  Sattel  sich  mitbewegen??  Wölbt  das  Pferd  den  Rücken  richtig  gut  auf,  dann  liegt  der  starre  Sattel  nach  meiner  Meinung  nicht  mehr  überall  auf.  Gerader  beim  Lederbaumsattel  ist  ja  das  Tolle,  dass  der  Lederbaum  dem  Rücken  immer  wieder  „folgen“  kann. 

Was  die  Latexkissen  betrifft,  sehe  ich  das  anders  als  das  DIPO.  Warum  sollten  Latexkissen  sich  nicht  dem  Pferderücken  anpassen?  Dass  dies  so  ist,  sieht  man  ja  an  Kissen,  die  schon  länger  in  Gebrauch  sind.  Diese  sind  ja  deutlich  in  der  Form  verändert  weil  sie  sich  dem  Pferderücken  und  dessen  Form  anpassen.  Gerade  empfindliche  Pferde  reagieren  immer  sofort  positiv  auf  die  Kissen  von  Hidalgo.    

 

Was  ist  dein  persönliches  Lieblingsmodell  und  warum?  Welches  Modell  bevorzugen  deine  Kunden?

Mein  absoluter  Liebling  unter  den  Spanischen  ist  der  Cordoba  spezial.  Er  vereint  die  spanischen  Vorteile  (Galerien,  breite  Auflage  der  Kissen)  mit  einem  Dressursattel-Sitzgefühl.  Ich  weiß  nicht  woran  es  liegt, vielleicht  am  rund  geschnittenen  Sattelblatt.  Das  Wildleder  im  Sitz-und  Beinbereich  ist  einfach  nur  genial,  das  Bein  bleibt  an  seinem  Platz,  auch  bei  wildem  Jagdgalopp  im  Gelände  :-)  Die  vorher  skeptisch  beäugten  festen  Außenpauschen  stören  überhaupt  nicht,  und  geben  super  Halt  im  leichten  Sitz.  Meine  Kunden  entscheiden  sich  am  häufigsten  für  den  Valencia  spezial.  Bei  den  Dressur-Modellen  würde  ich  zwischen  dem  London  und  dem  Mallorca  tendieren.  Rein  optisch  ist  der  Mallorca  mein  Favorit,  von  der  Bequemlichkeit  würde  ich  den  London  aber  bevorzugen.  Der  ist  minimal  'nen  Tick  bequemer.  Meine  Kunden  sehen  das  genauso.  Viele  möchten  erst  den  Venice  spezial  testen,  bleiben  aber  am  Ende  beim  Mallorca  oder  dem  London  hängen, weil  er  als  bequemer  beschrieben  wird. 

 

Als  Osteopathin  und  Sattelanpasserin  siehst  du  sicher  viele  verschiedene  Pferd-  und  Reiterpaare,  welches  ist  dir  besonders  in  Erinnerung  geblieben  und  warum?

Gut  erinnere  ich  mich  an  meine  erste  Sattelanpassung.  Meine  Freundin  hat  sich  mir  mit  ihrem  älteren Quarter  Wallach  anvertraut. Peppy  hat  keinen  einfachen  Rücken,  da  er  einen  genetisch  bedingten  Senkrücken  hat,  der  sich  aber  unter  dem  Reiter  sehr  gut  aufwölben  kann.  Der  Westernsattel  lag  mittlerweile  vorne  und  hinten  schon  fast  auf.  Wir  haben  viele  Proberitte  hinter  uns  gebracht,  mit

verschiedenen  Klettungen  und  Kissen.  Letztendlich  wurde  ein  Valencia  spezial  bestellt,  mit  extra  in  der  Dicke  angepaßten  Kissen.  Dazu  passend  ein  Lammfellpad  mit  Einlagen  und  ein  Lammfellmondgurt.  Dies  war  im  April  2016.  Bis  heute  läuft  Peppy  ohne  Probleme  mit  dem  Sattel. Viel  trägt  aber  auch  seine  Besitzerin  dazu  bei,  die  wirklich  gut  reitet.  Das  schönste  Lob  kam  auch  von  ihrer  Trainerin,  die  ganz  begeistert  ist  von  dem  Sattel  und  wie  Peppy  sich  unter  ihm  bewegt.

 

 

Bei  den  Osteopathiekunden  ist  es  so,  dass  man  die  Pferde  ja  meist  über  Jahre  immer  wieder  trifft.    Zwischen  vielen  Kunden  und  mir  ist  im  Laufe  der  Zeit  eine  Freundschaft  entstanden  und  ich  freue  mich,  wenn  ich  sehe,  dass  die  Pferde  fit  und  gesund  sind.  Mir  liegen  alle  Pferde  sehr  am  Herzen  und  ich  behandele  sie  so,  als  wären  es  meine.    An  den  älteren  Pferden  und  denen,  die  vielleicht  nicht  perfekt  sind  hängt  mein  Herz  am  meisten.  Ich  bin  glücklich,  wenn  ich  sehe,  dass  sie  nach  jeder  Behandlung  wieder  ein  Stück  Lebensqualität  gewinnen  oder  man  den  „Abbau“  herauszögern  kann.  Mein  Motto  ist ja  auch  immer:  Ist  das  Pferd  gesund,  freut  sich  der  Mensch  :-)  und  auch  der  Therapeut.

Vielen Dank an Claudia!

 

 

DIPO-Pferdeosteopathie/Pferdephysiotherapie

"Pferd in Balance"

 

Sattelanpassungen NRW 120 km um 52477 und auf Anfrage 

 

Claudia Schleiermacher

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Tel: +49 2404-9120920

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